Springe zur Hauptnavigation Springe zu den wichtigen Themen Springe zum Inhalt
Suche schließen

Fachportale

ein Feld mit mehreren Reihen alter Rebstöcke

Reben Landsorten
Quelle: Doris Schneide, JKI

Den Geschmack von Regionen erleben

Viele Kulturpflanzen werden bereits seit hunderten von Jahren genutzt und kontinuierlich weiterentwickelt. Durch die ständige Auslese der Individuen für die weitere Nutzung entstand eine regional angepasste große Vielfalt ausgewählter Landsorten. Im Zuge der Globalisierung der Märkte und der Konzentrationsprozesse in Land- und Ernährungswirtschaft sind in Deutschland zahlreiche Kulturpflanzenarten und -sorten aus dem großflächigen Anbau verschwunden. Deshalb gilt es die noch vorhandene, regionaltypische Vielfalt der Kulturpflanzensorten zu erhalten und nachhaltig zu nutzen.

Stärkung regionaler Kompetenzzentren

Das IBV der BLE unterstützt das BMEL bei der Weiterentwicklung von Strukturen und innovativen Förderinstrumenten zur Stärkung von regionalen Kompetenzenzzentren für die On-farm-Bewirtschaftung. Grundlage ist der Beschluss der Amtschefkonferenz vom 16. Januar 2016“. Um die erfolgreiche On-farm-Bewirtschaftung von seltenen und gefährdeten pflanzengenetischen Ressourcen noch gezielter zu unterstützten, hält die Amtschefkonferenz die Stärkung regionaler Kompetenzzentren für erforderlich.

Den Wert der Vielfalt vor der Haustür wiederentdeckt

In den 80er Jahren des 20. Jhd. wurden Vereine gegründet, die sich der Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt verschrieben haben. Bis heute konnte von diesen Vereinen und Initiativen ein beträchtlicher Teil der in Deutschland noch im Anbau oder in Genbanken existenten Kulturpflanzenvielfalt in der Nutzung gehalten oder wiedereingeführt werden. Auch wurde gesundes Pflanzenmaterial seltener und alter Sorten für neue Herausforderungen weiterentwickelt. In einzelnen Fällen konnten alte Sorten als Erhaltungs- oder Amateursorte auch wieder erfolgreich vermarktet werden.
Um die Maßnahmen zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung pflanzengenetischer Ressourcen zu unterstützen, führt das IBV die Rote Liste der gefährdeten einheimischen Nutzpflanzen in Deutschland. Diese soll dazu dienen, den Wert der Vielfalt vor der Haustür wieder zu entdecken.

Erfolgreich vermarkten – aber wie?

Durch die 2009 verabschiedete Erhaltungssortenverordnung wurde die gesetzliche Voraussetzung geschaffen, Saatgut von Landsorten und anderen Sorten landwirtschaftlicher Arten sowie Gemüsearten, die von Interesse für die Erhaltung genetischer Ressourcen sind, unter erleichterten Bedingungen zuzulassen und zu vertreiben. Dies war eine wichtige Voraussetzung, um die On-farm-Bewirtschaftung von Sorten, die keine saatgutrechtliche Zulassung mehr besitzen, zu ermöglichen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen den Besonderheiten dieser Nischenprodukte Rechnung tragen.
Zur Weiterentwicklung der Roten Liste und um die Vermarktung von bedrohten Nutzpflanzenarten und –Sorten zu unterstützen, werden vom BMEL verschiedene Projekte gefördert. Im Folgenden werden drei Projekte kurz beschrieben.

Historisch genutztes Gemüse

Erstmals in Deutschland wurden wissenschaftliche Forschungen durchgeführt, um die Gemüsevielfalt in der Zeit zwischen 1836 bis 1956 zu erfassen und mit den heutigen Saatgutverfügbarkeiten abzugleichen. Es zeigte sich eine Vielfalt von rund 7.000 alten Gemüsesorten und Arten.

zum Artikel

ZenPGR

In diesem Vorhaben sollen alte und aktuell nicht mehr im Handel befindliche Gemüsesorten wieder vermarktet und für den Verbraucher erschlossen werden. Neben der Vermarktung der Gemüsesorten, ist weiterhin deren Erhaltung und die Nutzung in der Züchtung Ziel des Projektes.

zum Artikel

Sortenvielfalt im Bioladen

Von den ursprünglich rund 7.000 in Deutschland heimischen Gemüsesorten ist ein großer Teil verschollen, oder steht auf der Roten Liste und ist vom Aussterben bedroht. Das Projekt „Vielfalt schmeckt“ will gemeinsam mit Ihnen einige dieser Sorten retten.

zum Artikel