Springe zum Hauptinhalt der Seite

Fachportale

Eibe

Eibe (Taxus baccata L.)

Die Eibe gilt in ihrem Bestand bundesweit als gefährdet. Diese Einschätzung beruht vor allem auf der regional beschränkten Verbreitung der Eibe und ihrem Vorkommen in geringen bis mäßigen Anteilen in Buchenwaldgesellschaften.

Der Schwerpunkt der bundesweit etwa 60.000 erfassten B√§ume liegt in Th√ľringen und Bayern, wobei das Mitteldeutsche Trias-Berg- und H√ľgelland, das Ostth√ľringische Trias-H√ľgelland sowie die Frankenalb und der Oberpf√§lzer Jura die Zentren der Verbreitung darstellen.

Auf den Seiten des Geoportals GDI-BMEL (Geodateninfrastruktur des Gesch√§ftsbereichs des Bundesministeriums f√ľr Ern√§hrung und Landwirtschaft) werden ausgew√§hlte Ergebnisse zur Eibe (Vorkommen, Baumanzahl, Naturverj√ľngung, Vitalit√§t, Erhaltungsf√§higkeit und Genzentren) als Geoinformationen (Karten bezogen auf Vorkommen in einem 5x5km Raster) pr√§sentiert.

Vorkommen
Insgesamt wurden 342 Eibenvorkommen mit zusammen 60.000 Bäumen aufgenommen. Die Karte zeigt die Lage der Vorkommen in Deutschland. Die Anzahl der Vorkommen in den Bundesländern ist sehr differenziert.

Baumanzahl
Th√ľringen ist mit rund 33.200 Eiben das eibenreichste Bundesland, gefolgt von Bayern mit rund 14.700 und Baden-W√ľrttemberg (ca. 2.500). In Mecklenburg-Vorpommern, Hessen, Niedersachsen und Brandenburg finden sich je zwischen 3.000 und 1.000 Individuen. Generell sind die Eiben-Populationen sehr klein.

Naturverj√ľngung
Die Daten unterstreichen das geringe Verj√ľngungspotenzial der Eibe. Die Schwerpunkte der Verj√ľngungsfl√§chen liegen im Alpenraum, auf der Schw√§bischen Alb und in Th√ľringen.

Vitalität
Die Vitalit√§t eines Vorkommens ist einer der entscheidenden Parameter, um die Anpassung eines Baumes an den Standort und die umgebende Umwelt zu beschreiben. Bis auf Sachsen-Anhalt, Sachsen und Rheinland-Pfalz handelt es sich in den √ľbrigen Bundesl√§ndern √ľberwiegend um vitale Best√§nde. Bei der Einsch√§tzung der Erhaltungsw√ľrdigkeit ist die Vitalit√§t daher von gro√üer Bedeutung.

Erhaltungsfähigkeit
Zur Bewertung der Erhaltungsf√§higkeit von Vorkommen wurden die drei Parameter Abundanz, durchschnittliche Vitalit√§t und die Altersstrukturqualit√§t in Zusammenhang gestellt. Der Anteil der mit sehr gut oder gut bewerteten Vorkommen ist dabei sehr gering (4,1%). Als geschw√§cht wurden 11,5 % der Vorkommen bewertet. Die √ľberwiegende Zahl der Vorkommen (83,8 %) wurde in die Stufe bedroht eingeordnet und 0,6 % der Vorkommen wurden als absterbend beurteilt. Diese Zahlen belegen die Notwendigkeit von Ma√ünahmen zur F√∂rderung der Eibe in situ bzw. der Etablierung von Ex-situ-Erhaltungsma√ünahmen.

Generhaltung
Ziel von Generhaltungsma√ünahmen ist es, gro√üe, reproduktive Populationen zu erhalten oder zu schaffen. F√ľr die Ausweisung von Generhaltungsw√§ldern sind die Bundesl√§nder bzw. die von ihnen beauftragten forstlichen Versuchsanstalten zust√§ndig. Daher haben die Ergebnisse f√ľr die aus bundessicht als Genzentren vorgeschlagenen Regionen oder Vorkommen in Nordostdeutschland, Westdeutschland, Mitteldeutschland und S√ľddeutschland nur empfehlenden Charakter.