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Fachgremien

Tätigkeitsberichte

Berichte der BLAG-FGR

Seit mehr als 30 Jahre koordiniert die BLAG-FGR auf Basis des nationalen Fachprogramms „Forstliche Genressourcen in Deutschland“ und im Auftrag der Waldbaureferenten des Bundes und der Länder, die Maßnahmen zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung von forstlichen Genressourcen in Deutschland.
In einem mehrjährigen Turnus wird über den Stand der Erhaltungsmaßnahmen der genetischen Anpassungsfähigkeit der Wälder in Deutschland in Tätigkeitsberichten, die in gedruckter Form und in einer Online-Versionen publiziert werden, berichtet.

Der nun veröffentlichte Bericht fasst den Sachstand (2014-2018) der von den Ländern und des Bundes durchgeführten In-situ- und Ex-situ-Erhaltungsmaßnahmen forstlicher Genressourcen von Baum- und Straucharten der Wälder in Deutschland zusammen und gibt eine Übersicht zu den derzeitigen Aktivitäten der BLAG-FGR (2019-2023).

Für den Zeitraum 2014-2018 wurden für die In-situ-Erhaltung mehr als 10.000 Bestände dokumentiert: Dafür wurden rund 150 Baum- und Straucharten auf einer Fläche von mehr als 34.600 ha erhalten. Darüber hinaus wurden über 90 Ex-situ-Maßnahmen durchgeführt: Auf einer Fläche von knapp 1.500 ha betraf dies rund 75 Baum- und Straucharten.

Ein weiterer Schwerpunkt der Aktivitäten war die Fortführung und Erweiterung des genetischen Monitorings. Ziel des Monitorings ist die langfristige Dokumentation der Veränderungen der genetischen Strukturen durch periodische Aufnahmen. Das Monitoring war bisher auf 13 Flächen, davon sechs Buchen-, vier Traubeneichen-, eine Stieleichen- und zwei Vogelkirschen-Flächen, eingerichtet. Zusätzlich wurden im Rahmen des Waldklimafonds-Projektes "Einrichtung eines Genetischen Monitorings für Buche und Fichte in Deutschland zur Bewertung der genetischen Anpassungsfähigkeit der Baumarten gegenüber Umweltveränderungen (GenMon)" 14 Monitoringflächen für die Baumart Rot-Buche und zehn Monitoringflächen für die Gewöhnliche Fichte neu eingerichtet bzw. aus dem Vorgängerprojekt reaktiviert.

Auch das Thema forstliches Vermehrungsgut wird im Bericht behandelt. Für Wälder ist forstliches Vermehrungsgut eine Schlüsselressource, sowohl als Bestandteil der zu erhaltenden Biodiversität als auch in seiner Funktion als forstliches Wirtschaftsobjekt. Besonders vor dem Hintergrund der Waldschäden der letzten drei Jahre kommt diesen forstlichen Genressourcen eine besondere Bedeutung zu. Laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft müssen zur Zeit über 285.000 Hektar wiederbewaldet werden. Dazu wird vor allem herkunftssicheres, genetisch angepasstes und hochwertiges Forstsaatgut aus zugelassenen Beständen verwendet.

Zudem wurden Handlungsempfehlungen zur Ausweisung von Generhaltungseinheiten unter Berücksichtigung von Mindestkriterien erarbeitet, um die Vorgehensweise bei der Erfassung und Ausweisung von In-situ-Generhaltungseinheiten durch die Festlegung von Mindestkriterien in Deutschland zu vereinheitlichen. Des Weiteren hat die BLAG-FGR ihre Position zum Thema Gebietseigene Gehölze in Bezug auf Baumarten, die dem Forstvermehrungsgutgesetz (FoVG) unterliegen, veröffentlicht.