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Kompostwürmer

Kompostwürmer Quelle: patila stock.adobe.com

Aktivitäten der Bodenlebewesen


Der Boden ist die Basis für die land- und forstwirtschaftliche Erzeugung und gleichzeitig der Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen von außerordentlicher Vielfalt. Die Bodenorganismen:

  • produzieren pflanzenverfügbare Nährstoffe durch 
    Zerkleinerung, Zersetzung und Umsetzung von organischem Material
  • erzeugen und unterhalten die Bodenstruktur und belüften den Boden durch die mechanische 
     Bearbeitung der oberen Bodenschicht
  • fressen mikrobische Schadorganismen und
  • bauen Schadstoffe ab

Sie tragen damit essenziell zur Bodenfruchtbarkeit und anderen Ökosystemleistungen bei. Sie leben auf oder nahe der Bodenoberfläche aber auch in der Tiefe. Nicht zuletzt durch die Aktivitäten der Bodenorganismen haben Böden eine hohe Puffer- und Speicherfähigkeit.

Monitoring des Bodenzustands

Das Thünen-Institut erfasst in der Bodenzustandserhebung Landwirtschaft die Vorräte an organischem Kohlenstoff in landwirtschaftlich genutzten Böden an 3.000 Probepunkten in Deutschland. Die Bodenzustandserhebung im Wald ist ein Gemeinschaftswerk von Bund und Ländern. Sie liefert Informationen zum Zustand und der Veränderung von Waldböden, Vegetation, Kronenzustand und der Waldernährung, die an 1.900 Probepunkten erhoben werden.

Bodenorganismen als genetische Ressource erkennen, erhalten und fördern

Die Bodenlebewesen und ihre Beziehungen zueinander sind trotz ihrer hohen Relevanz zu einem großen Teil noch unerforscht. Es besteht Forschungsbedarf zum Verständnis der Verbreitung der Arten in Böden und ihrer ökosystemaren Funktionen. Die Erfassung der Bodenorganismen ist schwierig. Oftmals werden nur Gesamtstoffwechselleistungen als Summe der Einzelleistung verschiedenartiger Organismen bilanziert, wie beispielsweise bei der Stickstofffixierung. Aus Sicht einer nachhaltigen Landwirtschaft, ist es wichtig, die Zusammenhänge zwischen Leistungen von Bodenorganismen, Pflanzengesundheit und Ertrag vertieft zu erforschen.

Viele Bodenorganismen können heute noch nicht im Labor als Kultur erhalten werden. Die Erhaltung der Bodenorganismen muss daher vor allem über die Erhaltung oder Verbesserung der vielfältigen Lebensräume geschehen. Boden ist ein sehr begrenztes Gut. Sein Erhalt und Schutz ist für die Landwirtschaft und damit für die Ernährungssicherung der wachsenden Weltbevölkerung von hoher Bedeutung.

Gefahren für den Boden

Boden ist durch zahlreiche Belastungen gefährdet:

  • Konkurrenz mit anderen Bodennutzungen: Für Siedlungen und Verkehr geht der Landwirtschaft in Deutschland täglich fruchtbarer Boden verloren
  • Erosion durch Wind und Wasser
  • Verdichtungen durch unsachgemäße Bearbeitung mit schweren Maschinen
  • Verunreinigungen mit Schadstoffen
  • Falsche Maßnahmen in den Bereichen Düngung und Pflanzenschutz
  • Versauerung
  • Klimawandel
  • Invasive Arten

Bodenverluste können durch die in Mitteleuropa sehr langsame Bodenbildung in der Regel nicht ausgeglichen werden.

Schutz des Bodens

Das Bundesbodenschutzgesetz schreibt unter anderem eine standort- und witterungsangepasste Landbewirtschaftung vor. Mit Bodenschutz- und Altlastenverordnung sollen Böden vor Belastungen geschützt werden. Im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU werden Maßnahmen zum Schutz vor Erosion und zum Erhalt der organischen Substanz gefördert. Dabei gilt es auch, die Bodenlebewesen als wichtigen Baustein für die Bodenfruchtbarkeit zu berücksichtigen.

Die UN hatte das Jahr 2015 zum Internationalen Jahr des Bodens erklärt, um die Bedeutung des Bodens hervorzuheben. Seit 2005 wird aus diesem Grund in Deutschland der Boden des Jahres gewählt. Das Verständnis der Vorgänge im Boden muss durch Forschung weiter verbessert werden. So ist die intensive Lebensgemeinschaft zwischen Pilzen und Feinwurzeln von Pflanzen (Mykorrhiza) Gegenstand weiterer Forschung. Auch der gezielte Einsatz von Mikroorganismen zur Förderung des Pflanzenwachstums verspricht nachhaltige Möglichkeiten der Ertragsverbesserung.