Springe zur Hauptnavigation Springe zu den wichtigen Themen Springe zum Inhalt
Suche schließen

Fachportale

Marienkäfer frisst Blattläuse

Marienkäfer frisst Blattläuse Quelle: Pawel Horazy stock.adobe.com

Was sind Nützlinge?

Mit dem Begriff Nützlinge werden in Landwirtschaft, Gartenbau und Forstwirtschaft vor allem solche Organismen bezeichnet, die Schädlinge dezimieren, aber auch andere wertvolle, ertragssteigernde oder stabilisierende Funktionen innehaben. Sie werden heute auch in intensiven Kulturen des Pflanzenbaus als kosteneffiziente und umweltschonende Lösung für eine nachhaltige Produktion eingesetzt.

 
Biologischer Pflanzenschutz ist dabei Teil eines integrierten Ansatzes, bei dem das Potenzial von Mikroorganismen und Insekten zur Reduzierung von chemischem Pflanzenschutz gezielt genutzt wird. Vor allem im Unterglasanbau ist der Einsatz von vielen Nützlingsarten zur Bekämpfung von Schädlingen anerkannter Standard. Im ökologischen Landbau kann nicht auf chemischen Pflanzenschutz zurückgegriffen werden, deshalb hat dort der gezielte Einsatz von Nützlingen lange Tradition.

Reichen die natürlich vorkommenden Nützlingspopulationen nicht, können Landwirte zur Behandlung der Kulturen zahlreiche Nützlingsarten einsetzen, die im großen Maßstab in Unternehmen vermehrt und für diesen Zweck angeboten werden.
Beispiele für gezielt im Pflanzenschutz eingesetzte Mikroorganismen und Invertebraten sind:

  • Parasiten, die sich in ihrem Wirt entwickeln und ihn meist dadurch töten, wie Schlupfwespen

  • Räuber, die sich von lebenden Tieren ernähren, wie Spinnen, Raubmilben oder Florfliegenlarven

  • Pathogene oder Antagonisten erzeugen Krankheiten, die ihren Wirt meist töten, wie Bakterien, Pilze
     oder Viren

Nationaler Aktionsplan Pflanzenschutz

Um Risiken des chemischen Pflanzenschutzes für Menschen und Tiere sowie den Naturhaushalt zu verringern, hat die Bundesregierung 2013 den Nationalen Aktionsplan Pflanzenschutz (NAP) initiiert. Die Arbeitsgruppe „Pflanzenschutz und Biodiversität“ ist eine Expertengruppe innerhalb des NAP. Sie begleitet und bewertet den NAP im Bereich biologische Vielfalt fachlich und erarbeitet Vorschläge für Handlungsfelder und Maßnahmen.

Demonstrationsbetriebe ermöglichen den Transfer wichtiger Ergebnisse der Forschung in die Praxis in Bezug auf die nachhaltige Anwendung von Pflanzenschutzmitteln. Die Zielerreichung des Aktionsplans wird anhand von 28 Indikatoren überprüft. Ergebnisse aus dem Indikatorensystem werden regelmäßig in einer zusammenfassenden Übersicht als Deutscher Pflanzenschutzindex dargestellt. 

Julius Kühn-Institut (JKI)

Das JKI erforscht und bewertet biologische Pflanzenschutzverfahren. In unregelmäßigen Abständen publiziert es den Statusbericht Biologischer Pflanzenschutz, eine umfassende Zusammenstellung zum Stand des biologischen Pflanzenschutzes in Deutschland.

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

Das BfR wurde gegründet, um den gesundheitlichen Verbraucherschutz zu stärken. Es ist in seiner wissenschaftlichen Bewertung unabhängig. Hauptaufgabe des BfR ist es, mögliche gesundheitliche Risiken von Pflanzenschutzmitteln und anderen Stoffen zu bewerten und somit die Bundesministerien bei ihren politischen Entscheidungen wissenschaftlich zu beraten.