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Internationales

Aktuelle Projekte

Aktuelle Projekte

Nachhaltige Nutzung und Erhaltung der Biodiversität für Ernährung und Landwirtschaft

Anfang 2019 wurde von der FAO der Weltzustandsbericht zur Biodiversität für Ernährung und Landwirtschaft (SoWBFA-Bericht) veröffentlicht, der unter der Leitung der Kommission für genetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (CGRFA) entstand. Der Bericht beschreibt den Zustand und das aktuelle Management der Biodiversität für Ernährung und Landwirtschaft (BFA) und zeigt auf, welche Erfordernisse zukünftig in Bezug auf eine nachhaltige Nutzung und Erhaltung bestehen.
Das Ziel des Projekts ist die Verbesserung der Erhaltung und nachhaltigen Nutzung von BFA sowie die Fortführung des SoWBFA-Prozesses. Die CGRFA-Mitgliedstaaten sollen bei der Entwicklung und Umsetzung von entsprechenden Maßnahmen unterstützt werden, die in der Verabschiedung eines globalen Aktionsplans (Global plan of Action, GPA) durch die FAO-Konferenz münden sollen.
Dazu sollen regionale Workshops zur Sensibilisierung bzgl. der Ergebnisse des SoWBFA und zu Hintergrundinformationen zu BFA sowie zum Kapazitätsaufbau durchgeführt werden. Bis zu fünf Vorreiter-Staaten sollen zur Entwicklung einer nationalen Strategie für genetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft identifiziert werden und bei der Entwicklung und Umsetzung nationaler Strategien, Aktionspläne und Projekte unterstützt werden. Außerdem sollen Handlungsleitlinien entwickelt werden, die den Ländern helfen sollen, nationale Strategien und Aktionspläne vorzubereiten und nationale Maßnahmen umzusetzen.

Projektlaufzeit: 01.09.2020 – 31.12.2022
Mehr Informationen zur Biodiversität für Ernährung und Landwirtschaft

Kapazitätsaufbau für die Erstellung des zweiten Weltzustandsberichts zu forstgenetischen Ressourcen

Auf Grundlage des ersten Weltzustandsberichts zu forstgenetischen Ressourcen hat sich die CGRFA (Kommission für genetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft) im April 2013 auf einen Globalen Aktionsplan zur Erhaltung, nachhaltigen Nutzung und Entwicklung von forstgenetischen Ressourcen geeinigt. Anfang 2019 wurde der erste Bericht zur Umsetzung des Globalen Aktionsplans angenommen und die Mitgliedsstaaten aufgefordert, die Umsetzung weiter voranzutreiben. Aktuell sind die Mitgliedsstaaten der CGRFA aufgefordert, die nationalen Berichte für die Erstellung des zweiten Weltzustandsberichts zu forstgenetischen Ressourcen zu erstellen und zudem die Informationen für den zweiten Bericht zur Umsetzung des Globalen Aktionsplans zu liefern. Ziel des Projektes ist die Unterstützung der nationalen Kontaktstellen für forstgenetische Ressourcen bei der Erstellung der Länderberichte. Das Projekt bietet die technische Unterstützung und Schulung durch regionale Workshops. Durch Expertentreffen werden zusätzliche Daten und Informationen zur Erhaltung, Verwendung und Entwicklung von forstgenetischen Ressourcen auf globaler Ebene gesammelt, analysiert und die neueste wissenschaftliche Literatur überprüft. Das übergeordnete Ziel des Projekts besteht darin, die Kapazität der nationalen Kontaktstellen, insbesondere in den Entwicklungsländern, zu erhöhen und die regionale Vernetzung der Akteure zu fördern. Die Aktivitäten und Ergebnisse des Projektes leisten einen wichtigen Beitrag für die Erhaltung und nachhaltige Nutzung forstgenetischer Ressourcen sowie zu den UN-Nachhaltigkeitszielen.

Projektlaufzeit: 01.07.2020 - 30.06.2023
Mehr Informationen zu forstgenetischen Ressourcen

Unterstützung beim Wiederaufbau von Saatgutsystemen in Simbabwe, Mosambik und Malawi nach dem Zyklon Idai

Im März 2019 richtete der tropische Wirbelsturm Idai große Schäden in den südostafrikanischen Ländern Simbabwe, Mosambik und Malawi an. Die Zerstörung betrifft unter anderem die landwirtschaftliche Produktion und geht mit dem Verlust wichtiger Nutzpflanzenarten einher. Die Folgen sind mangelnde Verfügbarkeit und Erschwinglichkeit von Nahrungsmitteln für die Bevölkerung. Mit dem Ziel, die sofortige und langfristige Nahrungsmittel- und Ernährungssicherheit in den betroffenen Regionen zu verbessern, soll die nationale und regionale Koordination unterstützt und das Ausmaß des Verlusts von pflanzengenetischen Ressourcen festgestellt werden. Darauf aufbauend werden Strategien zur Wiederherstellung von Saatgutreserven und dem Wiederaufbau lokaler Saatgutsysteme entwickelt. Zudem soll der Kapazitätsaufbau im Rahmen des Internationalen Saatgutvertrags (ITPGRFA, Internationaler Vertrag über pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft) gestärkt werden und durch gezielte Kommunikationsaktivitäten das Bewusstsein für die spezielle Rolle von pflanzengenetischen Ressourcen in den Projektländern gestärkt werden.

Projektlaufzeit: 15.09.2019 – 29.02.2020, verlängert bis zum 31.12.2020
Mehr Informationen zum Wiederaufbau der Saatgutsysteme

Globale Strategien zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt

Globale Strategien zur Erhaltung der genetischen Vielfalt von Nutzpflanzen spielen eine wichtige Rolle für den Austausch zwischen nationalen und internationalen Genbanken, für die Weiterentwicklung des globalen Systems der Ex-situ-Erhaltung und für das multilaterale System des Internationalen Saatgutvertrags.
Der Global Crop Diversity Trust (Crop Trust) dient als ein wesentliches Organ der Umsetzung des Internationalen Saatgutvertrags. Er entwickelt Erhaltungsstrategien unter anderem durch die Beschreibung des Erhaltungszustands von Sammlungen und die Identifizierung von erforderlichen Maßnahmen zum Erhalt der über diese Sammlungen erfassten Nutzpflanzenvielfalt. Für 26 Arten und Artengruppen wurden bereits solche Erhaltungsstrategien erarbeitet. Derzeit bedarf es sowohl einer Überarbeitung als auch einer Erweiterung der bestehenden Strategien um weitere Nutzpflanzenarten bzw. -gruppen. Ziel des Projektes ist es daher, Erhaltungsstrategien zu aktualisieren und um zusätzliche Strategien zu ergänzen sowie einen Leitfaden für ein dynamisches globales System der Ex-Situ-Erhaltung zu entwickeln. Ein weiterer Aspekt des Projekts ist die Stärkung der Zusammenarbeit der verschiedenen Einrichtungen auf regionaler und globaler Ebene in wissenschaftlichen und technischen Fragen. Damit soll es maßgeblich zur Erhaltung und zur Förderung der biologischen Vielfalt und der Welternährung beitragen.

Projektlaufzeit: 15.07.2019 – 14.07.2022, verlängert bis zum 31.10.2022
mehr Informationen zu Erhaltungsstrategien

Umsetzung des europäischen Evaluierungsnetzwerkes EVA für Weizen, Gerste, Gemüse (Karotten, Salat, Paprika) und Mais

Das Projekt ist eingebettet in das Europäische Kooperationsprogramm für pflanzengenetische Ressourcen (ECPGR). Ziel des ECPGR ist es, die langfristige Erhaltung und nachhaltige Nutzung von pflanzengenetischen Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (PGRFA) in Europa zu sichern. Um genetische Ressourcen von Kulturpflanzen gezielt nutzen zu können und um eine züchterische Verbesserung zu erreichen, ist deren Charakterisierung und Evaluierung notwendig. Ziel dieses Projekts ist es daher, Daten für die Züchtungsforschung zu gewinnen und in einem Evaluierungsnetzwerk zur Verfügung zu stellen.
Die Basis für Förderung dieses Projekt wurde in zwei Vorgängerprojekte gelegt. Zunächst wurden Handlungsoptionen für ein Evaluationsprogramm und dessen Umsetzung erarbeitet. Darauf aufbauend wurde 2018 das Europäische Evaluierungsnetzwerk EVA gegründet, das Informationen für eine zielgerichtete und effiziente Nutzung von pflanzengenetischen Ressourcen bereitstellen soll. Die Rahmenbedingungen für die Umsetzung und Implementierung von EVA wurde am Beispiel der Modellarten Weizen/Gerste sowie für eine Gemüseart konkretisiert.  Mit dem hier vorliegenden Projekt soll nun die Implementierung von EVA für Weizen und Gerste, für Gemüse anhand der Arten Paprika, Karotten und Salat swie für Mais vollzogen werden. Dazu gehört die Vermehrung und Verteilung, die phänotypische und genotypische Untersuchung, sowie die Erweiterung der Datenbank EURISCO (European Search Catalogue) zur Aufnahme der EVA-Daten.
EVA wird zukünftig als europäisches Evaluierungsnetzwerk nutzerorientiert Informationen und Material bereitstellen und die Anzahl der AEGIS-Akzessionen deutlich erhöhen (AEGIS ist eine virtuelle europäische Genbank, die zum Ziel hat genetisch einzigartige und wichtige Akzessionen zu erhalten und Forschung und Züchtung zur Verfügung zu stellen). In der Folge wird so langfristig die zielgerichtete und effizientere Nutzung von pflanzengenetischen Ressourcen gefördert.

Projektlaufzeit: 01.07.2019-30.06.2022, verlängert bis zum 30.11.2022
mehr Informationen zu EVA

Mit Kulturarten verwandte Wildpflanzen: Entwicklung einer Deskriptorenliste zur Dokumentation von In-situ Vorkommen

Viele Wildpflanzen sind Verwandte unserer Kulturpflanzen beziehungsweise potenziell nutzbar in Ernährung und Landwirtschaft. Sie sind eine bedeutende Ressource für die Pflanzenzüchtung, die die Erbeigenschaften der Wildarten zur Entwicklung besserer Kultursorten nutzt. Die Erhaltung erfolgt am besten, wenn lebensfähige Populationen an ihren natürlichen Standorten, das heißt in-situ, erhalten werden, um sich auch weiterhin an wechselnde Umweltbedingungen anzupassen. Eine zusätzliche Erhaltung erfolgt in Genbanken (ex-situ).
Mit dem Internationalen Saatgutvertrag (ITPGRFA) soll die In-situ-Erhaltung von verwandten Wildarten der Kulturpflanzen und von Wildpflanzen für die Nahrungsmittelerzeugung (WEL-Arten) gefördert werden. Allerdings hat sich gezeigt, dass es große Lücken in der Datenverfügbarkeit gibt, die ein Hindernis für den Informationsaustausch darstellen.
Ziel des Projekts ist daher die Entwicklung einer global abgestimmten Liste von Deskriptoren für die Dokumentation von In-situ-Vorkommen. Dieses unterstützt die globale Ernährungssicherheit durch die wirksame Erhaltung und verstärkte Nutzung von WEL-Arten und fördert die Nutzung von verfügbaren Informationen über WEL-Arten für Forschung und Entwicklung. In der Folge wird die Erhaltung und nachhaltige Nutzung von pflanzengenetischen Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft sowie die Dokumentation von pflanzengenetischen Ressourcen verbessert.

Projektlaufzeit: 01.06.2019 - 31.05.2020, verlängert bis zum 31.12.2020
mehr Informationen zu In-situ Diskreptoren

AQUAGRIS: Entwicklung einer globalen Datenbank für Zuchtlinien von Aquakulturarten

Während der Erstellung des Weltzustandsberichts über die Erhaltung und nachhaltige Nutzung aquatischer genetischer Ressourcen (SoW-AqGR) hat sich gezeigt, dass bei den Meldungen der verschiedenen Länder nicht von einer einheitlichen Bezeichnung von Arten bzw. Rassen ausgegangen werden kann. Dieser Umstand erschwert die zukünftige Verwendung der gesammelten Daten z.B. für die Bewertung des Zuchtpotentials. Zudem gibt es für die gesammelten Daten keine geeignete, öffentlich zugängliche Datenbank.
Daher sollen nun einheitliche Kriterien für die Identifizierung von Zuchtlinien erarbeitet werden. Diese stellen die Grundlage für die Entwicklung eines Prototyps des globalen Informationssystems für die genetische Diversität von Zuchtlinien der Aquakulturorganismen (AQUAGRIS) dar. Mithilfe dieses Informationssystems sollen die Informationen zur genetischen Vielfalt von Aquakulturorganismen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die so bereitgestellten Informationen können u.a. für die Veranlassung von Zuchtprojekten dienen und somit zu einer ressourceneffizienteren und damit nachhaltigeren Aquakultur beitragen. Die Aktivitäten und Ergebnisse des Projektes leisten zudem einen wesentlichen Beitrag zur langfristigen Verbesserung der Ernährungsgrundlage sowie Ernährungssicherheit.

Projektlaufzeit: 15.12.2018 – 31.12.2020
mehr Informationen zu AQUAGRIS