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Netzwerk genetische Erhaltungsgebiete Wildsellerie

Netzwerk genetische Erhaltungsgebiete Wildsellerie

Wildsellerie in Deutschland

Alle modernen, in Europa und den USA angebauten Sorten des Kulturselleries stammen von lediglich zwei Formen (White Plume und Giant Pascal) ab. In Studien konnte gezeigt werden, dass das aktuelle, insbesondere in Deutschland verfügbare Sortenspektrum eine sehr schmale genetische Basis aufweist. Substantielle Züchtungsfortschritte sind mittelfristig nur mit einer Verbreiterung des Zuchtmaterials durch die Einkreuzung von Eigenschaften aus wild vorkommenden genetischen Ressourcen möglich.

Botanisch werden in Deutschland vier Wildselleriearten unterschieden, die an bundesweit verteilten Standorten vorkommen und in unterschiedlichem Maße gefährdet sind: Echter Sellerie (Apiumgraveolens subsp. graveolens), Kriechender Sumpfsellerie (Helosciadiumrepens), Knotenblütiger Sumpfsellerie (H. nodiflorum), Untergetauchter Sumpfsellerie (H. inundatum). Sie sind für die Kulturselleriezüchtung eine wichtige genetische Ressource, die es zu erhalten gilt. Die Verbreitung der Arten ist im Wesentlichen bekannt.

Gründung des Netzwerks genetische Erhaltungsgebiete Wildsellerie

In dem vom BMEL geförderten Modell- und Demonstrationsvorhaben "Genetische Erhaltungsgebiete für Wildselleriearten (Apium und Helosciadium)“ (03/2015 – 11/2019) identifizierten das Julius Kühn-Institut (JKI), gemeinsam mit der Universität Osnabrück und der Humboldt Universität zu Berlin Wildsellerie-Populationen, die die genetische innerartliche Vielfalt der vier Wildselleriearten repräsentieren. Es wurde demonstriert, wie der Schutz und Erhalt von WEL in ihren natürlichen Lebensräumen durch den Aufbau eines beispielhaften bundesweiten Netzwerks genetischer Erhaltungsgebiete (GenEG) verbessert werden kann.  

Im Sommer 2019 wurde das Netzwerk genetische Erhaltungsgebiete Wildsellerie gegründet. Es besteht inzwischen aus 14 GenEG. Weitere bereits identifizierte Gebiete werden in Zusammenarbeit mit Institutionen des behördlichen Naturschutzes als GenEG ausgezeichnet werden. Eine zusätzliche Ex-situ-Sicherung von Saatgut der Wildselleriebestände erfolgt in der Genbank für Wildpflanzen für Ernährung und Landwirtschaft (Genbank WEL).

Das Netzwerk wird von der Fachstelle Wildsellerie am JKI koordiniert. Die Fachstelle verbindet Institutionen und lokale Akteure zur Erhaltung und Erweiterung des Netzwerks. Darüber hinaus sammelt sie Informationen über Wildsellerievorkommen in Deutschland, berät bei deren Erhaltung und bindet das Netzwerk Wildsellerie in das übergeordnete „Netzwerk Genetische Erhaltungsgebiete Deutschland“ ein.