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Die Haselnuss - klein und stark gefragt

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Die heimischen Nusssträucher finden sich häufig an Wald- und Wegrändern. Der Anbau erfährt in Deutschland neuen Aufschwung für die Direktvermarktung und seltene Sorten werden in der Deutschen Genbank Obst erhalten.

Eine Schale voller ganzer Haselnüsse steht auf einem Holztisch
Quelle: yul38885 yul38885/iStock/Getty Images Plus via Getty Images

Nutzung

Bereits seit der Steinzeit nutzen die Menschen Haselnüsse für ihre Ernährung. Die Nüsse fanden eine rasche Verbreitung in Europa und auch heute noch sind sie fester Bestandteil im Speiseplan. Die Haselnuss wird heute in Deutschland aber zumeist verarbeitet konsumiert, z. B. in Süßwaren und Gebäck.

Botanik und Sorten

Botanisch gesehen gibt es zwei verschiedene Arten der Hasel. Corylus avellana, zu Deutsch auch „Gemeine Hasel” und die Früchte „Zellernuss“ genannt, sowie C. maxima, die „Lambertshasel“ oder „Lambertsnuss  “. Die Gemeine Hasel ist in Mitteleuropa heimisch und als Wildgehölz häufig zu finden. Die Lambertshasel hat ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet auf dem Balkan und ist kälteempfindlicher. Der Großteil aller weltweit angebauten Haselnüsse besteht aus Lambertsnüssen.
Da die beiden Arten frei miteinander kreuzbar sind, ist die Sortenvielfalt bei Haselnuss recht beachtlich und schon lange vorhanden. Die Sorte ‘Hallesche Riesennuss‘ entstand beispielsweise schon bereits 1788 in Halle an der Saale durch eine gezielte Sämlings-Auslese. Viele weitere Sorten der Haselnuss sind im 18. oder 19. Jahrhundert entstanden und kamen auch aus dem europäischen Ausland nach Deutschland. Einige der Sorten werden heute kaum noch angebaut und drohen verloren zu gehen.

Erhaltung

Im Genbanknetzwerk Wildobst der Deutschen Genbank Obst (DGO) ist daher das Teilnetzwerk Nüsse gegründet worden, welches sich auch der Erhaltung der Haselnuss-Vielfalt widmet. Seit August 2021 sind sechs sammlungshaltende Partner beigetreten, die die seltenen Sorten in Feldsammlungen an verschiedenen Standorten in Deutschland anbauen. Insgesamt erhält die DGO aktuell 28 verschiedene Sorten, mit klangvollen Namen wie ‘Wunder von Bollweiler‘ oder ‘Eckige Barcelloner‘. Es sollen noch mehr Sorten hinzukommen, wenn von diesen noch Pflanzenmaterial gefunden werden kann. Die gesamten Genbank-Bestände zur Haselnuss lassen sich im Nationalen Inventar PGRDEU recherchieren.

Regionale Ware bleibt in Deutschland weiterhin gesucht und der Anbau von besonders schmackhaften und großen Sorten für die kreative Direktvermarktung, beispielsweise im eigenen Hofladen, erfährt in Deutschland einen neuen Trend. Dies bedeutet auch eine Chance für seltene oder alte Sorten wieder angebaut zu werden.