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Die Pferdeblutnuss – ein grausiger Genuss?

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Walnüsse sind schon seit Jahrhunderten in Europa beliebt. Viele Sorten entstanden durch Zufall in Gärten und auf Bauernhöfen. Wussten Sie, dass es sogar rote Walnüsse gibt? Die Sorten mit der roten Samenhaut sind auch bekannt als Blutnüsse. Als Pferdenuss werden außerdem besonders großfrüchtige und dünnschalige Sorten bezeichnet.

Rote Walnüsse
Quelle: Kajakiki/iStock Getty Images Plus via Getty Images

Viele deutsche Standardsorten wurden in der Forschungsanstalt Geisenheim in den 1930er und 40er Jahren aus Proben ausgelesen, die aus dem ganzen deutschsprachigen Raum zusammengetragen worden waren. Weitere Sorten sind im Laufe der Zeit durch gezielte Auslese aus Zufallssämlingen hinzugekommen. Nicht nur optische und geschmackliche Unterschiede sind wichtig, auch der Zeitpunkt des Blattaustriebs und der Blüte sind für den Anbau von Bedeutung. Spätfrost im April könnte beispielsweise zu Ernteeinbußen führen. Diese Faktoren entscheiden daher, ob eine Sorte für ein bestimmtes klimatisches Gebiet anbaugeeignet ist oder nicht. Die Sortenvielfalt gilt es daher zu bewahren. Auf der Roten Liste für gefährdete einheimische Nutzpflanzen stehen zurzeit drei Walnusssorten. Diese und weitere der wichtigsten Sorten werden von der Deutschen Genbank Obst im Genbanknetzwerk Wildobst erhalten. Insgesamt 28 Genbank-Akzessionen werden an vier Standorten in Deutschland in Feldsammlungen angebaut. Koordiniert wird das Genbanknetzwerk Wildobst vom Bundessortenamt am Standort Wurzen.

Die beliebte Nussart war lange Zeit weitgehend aus dem professionellen Anbau in Deutschland verschwunden. Mittlerweile gibt es wieder vermehrt Bestrebungen, dies zu ändern und auch deutsche Nüsse im Handel anzubieten. Rote Walnüsse wären eine optische Bereicherung im Sortiment, neben den üblicherweise braun- oder gelbschaligen Walnusskernen – beispielsweise als Farbtupfer auf einem Kuchen oder selbstgemachten Pralinen.

Weiterführende Links:

Deutsche Genbank Obst