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Wild-Apfel - Seltene Schönheit erhalten

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Unter dem Aspekt der biologischen Vielfalt und vor dem Hintergrund des Klimawandels ist der Wild-Apfel von ganz besonderem Interesse. Die Baumart ist ein Multitalent, für das sich eine intensive Betrachtung lohnt.

Eine Hand hält die kleine aufgeschnittene Frucht des Wildapfels. Mausklick führt zur vergrößerten Ansicht.
Beschreibung des Bildelements: Frucht des Wildapfels (Quelle: LFE 2010)

Seltene Baumarten tragen besonders zur Biodiversität unserer Wälder bei, erfüllen somit wichtige ökologische Funktionen und helfen naturnahe, multifunktionale Wälder zu erhalten. Dies wird gerade in Hinblick auf die globalen Herausforderungen wie dem Klimawandel und nachhaltigem Wirtschaften immer bedeutender. Als seltene Baumarten gelten solche Baumarten, welche einen Anteil von weniger als einem Prozent an der Waldfläche Deutschlands einnehmen und in ihrem Bestand gefährdet sind.

Ökologisches Multitalent

Der Wild-Apfel (Malus sylvestris) ist eine dieser seltenen Baumarten und ein richtiges Multitalent mit vielen ökologischen Funktionen. Als Halblichtbaumart ist er sehr lichtbedürftig und daher konkurrenzschwach gegenüber anderen Baumarten. Er kommt meist einzeln vor allem in Auwäldern, in lichten Laub- und Kiefernwäldern, in Hecken und an Waldrändern vor und kann dort 80 bis 100 Jahre alt werden. Häufig strauchförmig wachsend kann er sich aber auch zu einem bis zu 15 Meter hohen Baum entwickeln. Die weiße bis zartrosa Blütenpracht bereichert im Frühjahr das Landschaftsbild und zeigt dabei seine besondere ökologische Wertigkeit, denn die Blüten und später im Herbst die Früchte dienen zahlreichen Insekten-, Wildtier-, Kleinsäuger- und Vogelarten als Nahrungsquelle. Zudem trägt der Wild-Apfel als Strukturelement unter anderem bei der Waldrandgestaltung zur Steigerung der biologischen Vielfalt bei.

Um jedoch die Gefährdung seltener Baumarten abzuschätzen und geeignete Erhaltungsmaßnahmen durchführen zu können, müssen ihre Verbreitung und Vorkommensschwerpunkte bekannt sein. Vor diesem Hintergrund hat das Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) erstmals mittels einer einheitlichen Erhebungsmethode in den Jahren 2009 bis 2012 zahlreiche Vorkommen seltener Baumarten in Deutschland erfassen lassen. Neben der Baumanzahl in den Beständen ist auch das Alter (über Brusthöhendurchmesser-Stufen), die Vitalität der Bäume und das Ausmaß der Naturverjüngung registriert worden. In einzelnen Beständen ist zusätzlich die genetische Vielfalt ermittelt worden. Auf Basis dieser Daten konnten dann die einzelnen Bestände auch im Hinblick auf ihre "Erhaltungswürdigkeit" und "Erhaltungsdringlichkeit" bewertet werden.

Weitere Informationen zum Wild-Apfel, seinem Vorkommen und zu Projekten finden Sie hier.