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Potentielle Baumarten für den klimabedingten Waldumbau

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Welche Baumarten sich eignen könnten und welche Versuche hierfür notwendig sind wurde von der Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Forstliche Genressourcen und Forstsaatgutrecht“ erarbeitet.

Herbstwald
Beschreibung des Bildelements: Quelle: BLE

In den vergangenen Jahren haben Unwetter und Schädlinge dem Wald in Deutschland stark zugesetzt. Laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft müssen 285.000 Hektar stark geschädigte Wälder wieder aufgeforstet werden. Dazu soll vor allem herkunftssicheres, genetisch angepasstes und hochwertiges Forstsaatgut aus zugelassenen Beständen verwendet werden. Doch stellt sich immer häufiger die Frage welche Baumarten unter den Auswirkungen des Klimawandels zukünftig für den Waldumbau die besten Erfolgsaussichten haben werden. Neben den bislang wichtigen Baumarten rücken dabei immer mehr auch alternative Baumarten für den Waldumbau in den Fokus der Überlegungen.

Vor über 35 Jahren wurde die Bund-Länder-Arbeitsgruppe "Forstliche Genressourcen und Forstsaatgutrecht" (BLAG-FGR) vor dem Hintergrund des Waldsterbens gegründet, um ein Konzept zur Erhaltung der genetischen Vielfalt der gefährdeten Baum- und Straucharten vorzulegen. Daraus resultierend koordiniert die BLAG-FGR bis heute die Arbeiten zur Erhaltung der forstgenetischen Vielfalt in Deutschland und wird durch ihre Geschäftsstelle im Informations- und Koordinationszentrum für Biologische Vielfalt der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung unterstützt.

Im Jahr 2020 hat die BLAG-FGR im Auftrag der Waldbaureferentinnen und Waldbaureferenten des Bundes und der Länder Empfehlungen für die Identifizierung von für Deutschland relevante Baumarten im Klimawandel und ein länderübergreifendes Konzept zur Anlage von Vergleichsanbauten erarbeitet. Das Ziel der BLAG-FGR war es, auf Grundlage einer Liste potenziell geeigneter Baumarten für die Anpassung der Wälder an den Klimawandel Grundzüge eines gemeinsamen Versuchskonzeptes für Vergleichsanbauten zur Identifikation zukunftsfähiger Baumarten zu entwickeln. Das Konzept soll in Zukunft die Vergleichbarkeit der Versuchsergebnisse gewährleisten sowie ihre Aussagekraft und Repräsentativität gegenüber einer nicht abgestimmten Vorgehensweise erhöhen.

Nach den Empfehlungen der BLAG-FGR sollen in einem ersten Schritt die Baumarten
•    Hainbuche,
•    Winter-Linde,
•    Spitz-Ahorn,
•    Flaum-Eiche,
•    Nordmanns-Tanne,
•    Orient-Buche,
•    Atlas-Zeder sowie
•    Elsbeere und Baum-Hasel
vorrangig für die länderübergreifende Identifizierung von zukunftsfähigen Baumarten in den Aktivitäten des Bundes und der Länder zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel betrachtet werden. Unabhängig von der empfehlenden Liste mit Baumarten von deutschlandweiter Bedeutung können regionale Unterschiede weiterhin berücksichtigt werden.

Die Veröffentlichung dieser Empfehlungen erfolgte im Thünen Working Paper 172 unter dem Titel: Identifizierung von für Deutschland relevanten Baumarten im Klimawandel und länderübergreifendes Konzept zur Anlage von Vergleichsanbauten - Empfehlungen der Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Forstliche Genressourcen und Forstsaatgutrecht“ zu den Arbeitsaufträgen der Waldbaureferenten.