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Internationales

Projekte

GLIS – das Globale Informationssystem für pflanzengenetische Ressourcen

Die Erhaltung pflanzengenetischer Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (PGRFA) und der Aufbau einer entsprechenden weltweiten Erhaltungsarchitektur sind von großer Bedeutung für die Ernährungssicherung und die Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel. Die Weltgemeinschaft hat daher ein zentrales Instrument beschlossen, um diese Ressourcen zu erhalten, deren nachhaltige Nutzung zu fördern und sowohl den Zugang zu den Ressourcen zu sichern als auch einen gerechten Vorteilsausgleich zu gewährleisten: im Juli 2004 trat der Internationale Saatgutvertrag (ITPGRFA, Internationaler Vertrag über pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft) in Kraft.

Artikel 17 des Internationalen Saatgutvertrages sieht vor, dass ein globales Informationssystem zur Erleichterung des Austauschs über PGRFA und zur Stärkung der internationalen Zusammenarbeit entwickelt wird. Das Projekt GLIS dient der Einrichtung eines solchen globalen Informationssystems.
Inhalt bzw. Ziel des Projektes GLIS ist die Erarbeitung einer Suchmaschine für pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (PGRFA), die es ermöglicht, in globalen Datenbanken nach Informationen zu pflanzengenetischen Ressourcen zu suchen.
Durch den globalen Zugang zu Informationen und Wissen über PGRFA sollen Erhaltung, Management und Nutzung von PGRFA gestärkt werden.
Es wird eine IT- Infrastruktur aufgebaut und Standards zur Identifizierung und Dokumentation von PGRFA entwickelt. Sogenannte Digital Object Identifiers (DOIs) sollen helfen, Proben pflanzengenetischer Ressourcen eindeutig zu identifizieren. Das Informationssystem erlaubt darüber die Suche nach Charakteristika wie beispielsweise Trockentoleranz. So wird es Nutzern weltweit erleichtert, Forschungsergebnisse verschiedener Institutionen zu verknüpfen und Erkenntnisse zu gleichem genetischen Material auszutauschen.

APFORGIS - Erhaltung wichtiger einheimischer Baumarten in Asien

Das Europäische Programm für Forstliche Genetische Ressourcen (EUFORGEN) stellt mit Hilfe eines Geoinformationssystems (EUFGIS) Informationen über Generhaltungseinheiten (GCU=Genetic Conservation Units) bereit und dokumentiert so die Erhaltungsaktivitäten zu forstgenetischen Ressourcen in Europa. Auf Basis dieser Informationen können Lücken in den Erhaltungsbemühungen innerhalb von Verbreitungsgebieten identifiziert und Erhaltungsstrategien entwickelt werden.
Darauf aufbauend hat sich 2003 in der asiatisch-pazifischen Region das Netzwerk APFORGEN gegründet. Mit Hilfe des vorliegenden Projekts soll die Etablierung von Generhaltungseinheiten in der asiatisch-pazifischen Region initiiert werden, um die Wissenslücken über das Vorkommen und die genetische Ausstattung von wichtigen asiatischen Baumarten zu schließen. Für mindestens 50 sozioökonomisch wichtige Arten sollen Verbreitungskarten entwickelt werden, die Informationen über Klimaänderungen, Landnutzungsänderungen und andere Bedrohungen erhalten, um eine räumliche Festlegung der Erhaltungsprioritäten zu ermöglichen. Zudem werden mit Hilfe von drei Workshops Minimumkriterien für Generhaltungseinheiten (CGUs) sowie ein Handlungsleitfaden zur Etablierung eines Netzwerks dieser GCUs erarbeitet. Um die Erhaltung forstgenetischer Ressourcen auf regionaler Ebene umzusetzen, die Anwendung des Handlungsleitfadens in drei Ländern der Region in einem Pilotprojekt getestet werden. Diese Vorgehensweise soll die Akzeptanz zur Nutzung des Handlungsleitfadens stärken sowie die Umsetzung in den 15 Mitgliedsländern von APFORGEN initiieren und fördern.

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Kontakt

+49 (0)228 6845-3385

Dr. Michaela Haverkamp

Bundesanstalt für Landwirtschaft
und Ernährung
Referat 331
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn

E-Mail