Was kriecht und krabbelt denn da? Würmer und Insekten als Nützlinge im Garten

Regenwürmer in Händen

Keine Angst vor kriechenden, krabbelnden und schwirrenden kleinen Tierchen! Viele von ihnen sind äußerst nützliche Gartenhelfer: Sie vertilgen Blattläuse oder bestäuben Blumen, Kräuter, Obstbäume und Beerensträucher.

Regenwürmer zum Beispiel machen unseren Gartenboden fruchtbar. Sie nehmen kleine Erdpartikel, tierische und pflanzliche Abfallstoffe, Humusstoffe, Bakterien, Algen und Pilze auf, verdauen sie und scheiden sie schließlich als Wurmkot aus, der den wertvollen Humus liefert. Sie belüften dadurch den Boden, verbessern seine Wasserhaltekapazität und geben ihm eine feinkrümelige Struktur. Regenwürmer transportieren außerdem Mineralien aus dem Untergrund in den Wurzelbereich der Pflanzen, wirken neutralisierend auf den pH-Wert des Bodens und machen den Pflanzen die Nährstoffe verfügbar. Sie können dafür sorgen, dass sich die Regenwürmer bei Ihnen wohl fühlen, indem Sie den Boden mit Kompost versorgen und mulchen. Verwenden Sie keinen Kunstdünger, der den Säure- und Salzgehalt des Bodens erhöht und die Haut der Würmer schädigt. Statt tief mit dem Spaten umzugraben und die Bodenstruktur auf den Kopf zu stellen, benutzt man besser eine Grabegabel oder einen Sauzahn zum Lockern und Belüften des Bodens.

Marienkäfer auf Fels

Auch viele schwirrende und krabbelnde Insekten machen sich im Garten nützlich. Schlupf- und Grabwespen bekämpfen Schädlinge, indem sie ihre Eier in Blattläusen oder in den Raupen von Kohlweißlingen ablegen. Außerdem stehen Kirschfruchtfliegen, Apfelwickler, Larven von Minierraupen und viele andere gefürchtete Parasiten auf ihrem Speiseplan. Auch Marienkäfer und Florfliegen bzw. deren Larven lieben Blattläuse. Kreuzspinnen locken hauptsächlich Insekten in ihr Netz, die es auf unsere Gartenpflanzen abgesehen haben. Glühwürmchen beeindrucken uns in lauen Sommernächten nicht nur mit ihrem Leuchten, sondern sind auch effektive Schneckenjäger. Ohrwürmer knabbern zwar gern Pflanzen an, verschmähen aber dafür auch Raupen, Apfelwickler und sogar Mehltau nicht. Einige Laufkäferarten verspeisen zwar leider auch Regenwürmer, aber dafür auch Schnecken, Raupen, Larven, Engerlinge und Kartoffelkäfer.

Etwa 80 Prozent aller Pflanzen sind auf Insektenbestäubung angewiesen, deshalb sollten Sie im Garten außer Bienen auch Hummeln, Schwebfliegen und andere wichtige Pflanzenbestäuber fördern. Sie sorgen neben den Honigbienen dafür, dass Äpfel, Kirschen und andere Obstbäume viele Früchte bilden. Damit die nützlichen Insekten sich bei Ihnen ganz zu Hause fühlen, sollten Sie Ihnen in den Gartenecken kleine Reisig- oder Steinhaufen anbieten, die ihnen Schutz gewähren und als Eiablageplatz dienen. Ohrwürmer mögen Tontöpfe mit Heu oder Holzwolle, die man mit der Öffnung nach unten in die Bäume hängt. Beliebte Futterpflanzen sind blühende Kräuter und Blütenstauden wie Margeriten, Schafgarbe und Kugellauch. Schmetterlinge lieben den duftenden Sommerflieder, der deshalb auch Schmetterlingsflieder genannt wird. Zum Überwintern benötigen viele Nützlinge verstecke, wie die Borke alter Bäume und Herbstlaub. Seien Sie im Herbst also nicht zu ordentlich beim Aufräumen im Garten. Sie können auch an einem sonnigen Platz ein Insektenhotel aus Holz und Lochziegeln aufstellen, um den Nützlingen Brutplätze und Unterschlupf zu bieten. Dann fühlen sich die Krabbeltiere bei Ihnen wohl – und damit auch zahlreiche (Sing-)Vogelarten, denen Insekten als Nahrung dienen.