Pflanztipps für den eigenen Garten

Ast

Biologische Vielfalt gedeiht besonders in abwechselungsreichen und naturnah gestalteten Gärten, in denen möglichst viele Kulturpflanzenarten und auch einheimische Wildpflanzen ihren Platz haben. Wildpflanzen können sehr schön sein wie die Nachtviolen oder lecker schmecken wie so manches Wildobst. Ob Obst und Gemüse oder Zierpflanzen und Gehölze – entscheidend ist ein möglichst breites Spektrum an Gewächsen. So bietet Ihr Garten reichlich Abwechslung für alle Sinne und für Ihren Speiseplan: Entdecken Sie neue Möglichkeiten und lassen Sie sich zu neuer Kreativität in der Küche beflügeln!

Bunte Blütenpracht im Ziergarten

Samen auf einer Hand

Unerschöpflich ist die Palette an Farben und Formen von Blättern und Blüten. Nutzen und Zierde sind dabei oft nicht zu trennen. Viele äußerst dekorative Gewächse sind auch essbar, zum Beispiel Artischocken, deren Blütenknospen köstlich und gesund sind. Oder die Einhornpflanze mit ihrer orchideenähnlichen Blüte: Ihre Früchte sind essbar, die Samenkapseln eignen sich gut für Trockengestecke. Auch viele Kräuter sind eine Zierde für jedes Blumenbeet, zum Beispiel Ysop, Salbei, Schnittlauch und Borretsch. Oder Arzneipflanzen wie der rote Sonnenhut, aus dem Echinacea gewonnen wird: Eine wunderschöne rotblühende Staude. Nicht zu vergessen die dekorativen Gräser mit ihrer unerschöpflichen Formen- und Farbvielfalt. Ziergräser sind oft robuste Pflanzen, die am richtigen Standort üppig wachsen und sich zu verschiedenen Jahreszeiten von ihrer besten Seite zeigen.

Obst- und Gemüse für jeden Geschmack

Kind im Gemüsegarten

Samen oder Jungpflanzen alter Obst- und Gemüsesorten und -arten waren im Handel fast nicht mehr zu bekommen. Doch inzwischen wird wieder umgedacht. Ob im stadtnah gelegenen Kleingarten oder im Hausgarten: Viele Gartenbesitzer entdecken die Vorteile bewährter alter Pflanzensorten, die unsere Küche um jede Menge Köstlichkeiten bereichern. Das Angebot an alten und neuen Obst- und Gemüsesorten ist inzwischen wieder groß: Kennen Sie schon schwarze Tomaten oder blaue Kartoffeln? Und wussten Sie, dass es über 200 Kürbissorten gibt? Entdecken Sie Kurioses – vom dekorativen Baumspinat über die schmackhafte Erdkastanie bis zur süßen Zuckerwurzel, die man wie Möhren zubereitet. Oder überraschen Sie Ihre Gäste mal mit Stangensalat, Buchweizenpfannkuchen oder Tomatillosalsa. Nicht nur Kinder freuen sich über Naschobst wie die fruchtigen Andenbeeren, Litchibeeren oder Feigen, die es inzwischen auch bei uns als winterharte Züchtungen gibt. Viele Raritäten und alte Sorten bekommen Sie als Samen oder Jungpflanzen bereits in Gartencentern und Baumärkten, andere können Sie per Gartenkatalog oder im Internet bestellen.

Naturnahe Gartengestaltung

Kompostkiste

Auch bei der Gartenbegrenzung können Sie das Prinzip der biologischen Vielfalt beherzigen: Hecken aus verschiedenen Wildgehölzen und Sträuchern bieten Nistplätze für Vögel und im Winter jede Menge Vogelfutter. Wege und Terrassen sollten Sie möglichst nicht versiegeln, sondern mit Verbundstein pflastern, mulchen oder mit Holz befestigen, damit sie wasserdurchlässig bleiben. Für Terrassen, Zäune und Gartenmöbel sind hier wachsende Holzarten wie Lärche, Eiche, Buche, Robinie, und Edelkastanie empfehlenswert, keine Tropenhölzer. Außerdem sollte man auf Holzschutzmittel mit biozider Wirkung, kesseldruckimprägniertes Holz und PVC-haltige Möbel und Geräte verzichten.

Balkon und Terrasse: Vielfalt auf kleinem Raum

Sämling in der Hand

Auch auf wenig Platz lässt sich eine bunte Pflanzenvielfalt zusammenstellen. Viele Blumen und Gräser eignen sich auch für Töpfe und Kübel auf Terrasse und Balkon. Kräuter gedeihen selbst auf engstem Raum. Bevorzugen Sie kompakt wachsende Arten und kombinieren Sie Pflanzen mit ähnlichen Ansprüchen bezüglich Trockenheit und Nährstoffgehalt des Bodens.

Es müssen nicht immer Geranien sein: Wie wäre es mal mit buntem Chili oder Schnittlauch? Die Auswahl ist riesig – von farbenfrohen Sommerblumen bis hin zu Balkontomaten oder Monatserdbeeren. Gewürzkräuter aus dem Mittelmeerraum wie Thymian, Salbei, Rosmarin und Bohnenkraut harmonieren gut und sind sehr dekorativ. Auch Erdbeerspinat lässt sich in Töpfen kultivieren und liefert himbeerähnliche, leuchtend rote Beeren und essbare Blätter, die an Spinat erinnern. Kombinieren Sie verschiedene Kräuterarten mit leuchtend gelben Ringelblumen und strahlend blauen Kornblumen. Wenn Sie noch Duftkräuter wie Lavendel, Minze und Zitronenmelisse dazu gesellen, können Sie die Vielfalt auf Ihrem Balkon mit allen Sinnen genießen.

Lebensraum für heimische Tiere

Marienkäfer auf Knospe

Unsere Gärten sind nicht nur grüne Oasen für uns, sondern auch Nährweiden für Insekten, Vögel und Wildtiere, weshalb sie auch heimische Pflanzen, Wildarten und Bienenweiden als deren Lebensgrundlage berücksichtigen sollten. Nur ungefüllte Blüten enthalten den für die Bienen lebensnotwendigen Nektar. Achten Sie beim Kauf von Blumenzwiebeln und Stauden also nicht nur auf die bunte Blütenpracht, sondern auch darauf, dass sie den Insekten als Nahrungsquelle dienen. So kommt lebendige Vielfalt in Ihren Garten!