Was summt und brummt denn da: Kleine Bienenkunde

Bienenstock

Die Bienenhaltung ist nicht nur in Deutschland in einer großen Krise: Unsere europäische Honigbiene kann heute nicht mehr ohne Imker existieren. Es gibt kaum noch natürliche Nistmöglichkeiten, außerdem können sich die Bienen nicht aus eigener Kraft gegen die so genannte Varroamilbe wehren, einen von außen eingeschleppten Parasiten. Auch Insektizide und Monokulturen in der Landwirtschaft machen den summenden Tierchen schwer zu schaffen. Vor allem aber gibt es immer weniger Imker. Diese Entwicklung ist dramatisch, denn ohne Bienenflug im Frühjahr gibt es im Herbst kein Obst, ohne Bestäubung der Wildpflanzen keine Samen und Früchte für viele Kleinsäuger und Vögel. Wildpflanzen, die sich durch Samen fortpflanzen, werden ohne Bienenbeflug immer seltener!

Umgangssprachlich werden Bienen meistens auf die Honigbiene reduziert. In Deutschland gibt es aber etwa 500 weitere Bienenarten. Auch diesen, sämtlichst völlig harmlosen Bienenarten, nützt die Blütenpracht in ihrem Garten sehr. Durch Nisthilfen, aus Schilfröhrchen, angebohrten Holzklötzchen oder das im Handel befindliche „Bienenhotel“ können Sie diese interessanten und nützlichen „Blumenkinder“ in Ihren Garten locken.

Bienenfreundliche Gärten anlegen

Honigbiene, Blüte

Sie können den Bienen helfen, indem Sie Gärten anlegen, in denen ständig etwas blüht. Allerdings bieten nur einfach blühende, ungefüllte Blüten den für Bienen lebensnotwendigen Pollen. Jagen Sie dem kleinsten Grün am falschen Platze sofort mit der Nagelschere hinterher? Jäten Sie lieber nicht zu oft Unkraut, sondern lassen Sie ruhig Teile Ihres Gartens verwildern, die Bienen und andere Bestäuberarten, wie Schmetterlinge, danken es Ihnen. Noch besser wäre es natürlich, echte Bienenweidepflanzen wie Phacelia, Senf, Buchweizen oder Borretsch anzupflanzen. Hätten Sie nicht Lust, selbst Bienen zu halten? Zeitaufwand und Kosten müssen nicht hoch sein. Schon in einer einfachen Kiste kann man Bienen beherbergen und so zu ihrem Erhalt beitragen – und mit ein bisschen Glück und Geschick sogar eigenen Honig gewinnen!

Wer Lust und Interesse hat, Bienen zu halten, sollte sich neben dem Besuch eines Anfängerkurses unbedingt an einen Imkerverein vor Ort wenden (Adressen gibt’s beim Deutschen Imkerbund oder den zuständigen Imker-/Landesverbänden). Dort erfährt man alles Notwendige. Anfänger werden im Verein durch einen erfahrenen Imkerpaten betreut, der alle Fragen gerne beantwortet. Außerdem gibt es einige Vereine, die Interessenten zum Ausprobieren das Mieten eines Bienenvolkes für ein Bienenjahr anbieten.
Und schließlich erhält man als Mitglied eines Imkervereins automatisch den zur Bienenhaltung notwendigen Versicherungsschutz.