Frau im Wald

Knapp ein Drittel der Fläche Deutschlands ist bewaldet. Wälder haben eine große Bedeutung für Mensch und Natur: Sie liefern den nachwachsenden und CO2-neutralen Rohstoff Holz. Sie sichern damit Arbeitsplätze, vor allem auch in ländlichen Gegenden. Sie bieten Lebensraum für eine vielfältige Flora und Fauna. Sie regulieren den Wasserhaushalt, sichern die Trinkwasserversorgung und schützen vor Erosion, Steinschlag und Lawinen. Wälder beeinflussen nicht nur Luft und Klima positiv, sondern auch unser Wohlbefinden, wenn wir Ruhe und Erholung suchen – ob beim Sonntagsspaziergang, beim Wandern, Joggen, Walken, Fahrradfahren oder Reiten.

Typisch deutsche Waldbäume

Eiche
Eiche

Deutsche Wälder bestehen weitgehend aus Wildpflanzen, die nicht züchterisch bearbeitet wurden. Damit der Wald gesund und ertragsstark bleibt, spielt die Vielfalt der Bäume, insbesondere die genetische Vielfalt, eine besondere Rolle, denn sie ist mit die beste Versicherung für unsere Wälder gegen Unwetter, Schädlinge und den Klimawandel. Der Wald in seiner heutigen Gestalt ist das Produkt einer Jahrhunderte langen Geschichte. Bis weit in das 19. Jahrhundert hinein war die landwirtschaftliche Nutzung des Waldes ebenso wichtig wie die Holzgewinnung.

Der Wald diente der Viehmast und als Viehweide. Zudem lieferte er Stall-Einstreu, die dann als Dünger verwendet wurde. Menschen sammelten Waldpflanzen und -früchte als Nahrung. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich der Wald zunehmend zum Wirtschaftsfaktor: Holz gewann als Brenn-, Bau- und Werkstoff an Bedeutung. Der Bedarf an diesem nachwachsenden Rohstoff stieg mit dem Bevölkerungswachstum und der Urbanisierung rasch an. Vor allem Bergwerke, Eisen- und Glashütten sowie Salinen und Handwerksbetriebe hatten seit dem 14. und 15. Jahrhundert einen enormen Holzbedarf. Aber auch Holzeinschlag und Brandrodungen für die Feld-Wald-Wirtschaft bedrohten die Wälder. Sie wurden übernutzt und ihre Fläche nahm ab. Gezielte Waldwirtschaft und große Aufforstungsanstrengungen ließen den Wald zu dem werden, was wir heute sehen.

So wurden die Fichte, ein typischer Mittelgebirgsbaum, und die anspruchslose Kiefer, die auch noch gut auf leichten Sandböden gedeiht, zu den häufigsten Waldbäumen in Deutschland.

Die Laubbäume mit der größten Verbreitung in deutschen Wäldern sind Buche und Eiche. Stiel- und Traubeneichen bevorzugen die Tieflagen bis zu den unteren Lagen der Mittelgebirge. Sie liefern uns wertvolles Holz für Möbel, Bodendielen, Parkett und Wandvertäfelungen. Aber auch für das Ökosystem Wald sind Eichen sehr wichtig: Wildschweine, Eichhörnchen, viele Schmetterlingsarten und Insekten leben von ihnen. Buchen werden ebenfalls wegen ihres harten Holzes geschätzt. Auch sie bieten vielen Tierarten Lebensraum und Nahrung. Buchen gedeihen auf vielfältigen Standorten.

Vielfalt im Wald

Holzstämme auf einem Anhänger

Die Forstwirtschaft bedient sich der naturnahen Waldbewirtschaftung, die möglichst viele Arten von heimischen, standortangepassten Bäumen und Sträuchern enthält und das Ökosystem Wald als Ganzes im Blick hat. Neben den bekannteren Waldbäumen und Sträuchern wie Birke, Tanne, Esche, Eberesche, Douglasie, Holunder und Haselnuss findet man auch Arten bei uns, die inzwischen vielerorts ziemlich selten geworden sind: Eibe, Elsbeere, Speierling, Spitzahorn, Schwarzpappel und verschiedene Ulmen- und Wildobstarten.

Wie viele Waldbäume kennen Sie? Würden Sie einen Speierling an der Blattform erkennen? Er gehört zu den seltensten Baumarten in Deutschland und hat wie die Vogelbeere, die Esche und die Robinie gefiederte Blätter.

Was Sie als Verbraucher tun können

Holzfußboden

Sie können dazu beitragen, die Vielfalt im Wald zu erhalten, indem Sie die unterschiedlichen heimischen Holzarten nutzen. Für Produkte wie Möbel und Parkettböden eignen sich neben Eiche, Buche und Kiefer auch Ahorn, Erle, Esche, Lärche, Nussbaum und Birke sehr gut. Auch das schön gemaserte Ulmenholz ist ein wertvolles Möbelholz. Im Außenbereich, für Terrassen, Zäune und Gartenmöbel, sind mitteleuropäische Holzarten wie Lärche, Eiche, Buche, Robinie, Douglasie und Edelkastanie empfehlenswert, Tropenhölzer sind wie auch Importhölzer aus borealen Zonen nur empfehlenswert, wenn sie nachweislich aus nachhaltiger und legaler Waldbewirtschaftung stammen.

Verstöße gegen das Nachhaltigkeitsprinzip und illegale Holzeinschläge sind eine der Hauptursachen für die Zerstörung der Tropenwälder. Verwenden Sie deshalb zertifizierte Produkte: Holz mit Siegeln von PEFC oder FSC stammt aus legaler und nachhaltiger Waldbewirtschaftung.

 

Für unterschiedliche Anwendungsbereiche und Produktgruppen informiert zudem die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) auf der Internetseite www.nawaro-kommunal.de über anerkannte und empfehlenswerte Umweltzeichen z. B. für Holzmöbel, hölzerne Bodenbelege und Dämmstoffe.