Glossar

abiotisch

Wörtlich: ohne Leben. Abiotisch bezeichnet alle Umweltfaktoren, an denen Lebewesen nicht erkennbar beteiligt sind. Dazu gehören Klima, Atmosphäre, Wasser, Wärme, Temperatur, Licht, Strömung, Landschaftsrelief, Boden und anderes mehr.

Agrobiodiversität

Agrobiodiversität bezeichnet alle Komponenten der biologischen Vielfalt, die für Ernährung und Landwirtschaft sowie das Funktionieren der Agrarökosysteme von Bedeutung sind. Dazu gehören alle Zuchtformen von Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen sowie ihre verwandten Wildarten. Weiterhin zählt man dazu auch jene Elemente der biologischen Vielfalt, die sogenannte ökologische Dienstleistungen in Agrarökosystemen gewährleisten: den Kreislauf der Nährstoffe, die Regulierung von Kulturschädlingen und Krankheiten, die Bestäubung, den Erhalt der örtlichen Wildtiere und -pflanzen, den Schutz von Wassereinzugsgebieten, den Erosionsschutz und die Klimaregulation sowie anderes mehr.

Aquatische genetische Ressourcen

Aquatische genetische Ressourcen meinen Fische und andere nutzbare bzw. potenziell nutzbare Lebewesen in den Meeren, Binnengewässern und in der Aquakultur.

Biologische Vielfalt

Biologische Vielfalt bedeutet die Variabilität unter lebenden Organismen jeglicher Herkunft. Sie umfasst die Vielfalt innerhalb der Arten, zwischen den Arten und die Vielfalt der Ökosysteme. Die biologische Vielfalt für Ernährung und Landwirtschaft, die sogenannte Agrobiodiversität, erstreckt sich auf die Arten und Ökosysteme, die für die Ernährung, Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft genutzt werden bzw. nutzbar sind.

Convention on Biological Diversity - CBD

CBD steht für Convention on Biological Diversity, das Übereinkommen über die Biologische Vielfal. Es wurde bei der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (UNCED) in Rio de Janeiro 1992 beschlossen. Das Übereinkommen verpflichtet die Vertragsparteien zur Erhaltung aller Bestandteile der Biologischen Vielfalt, sowohl in ihrem angestammten Lebensraum ("in situ") als auch als unterstützende Maßnahme außerhalb des Lebensraumes ("ex situ"). Ziele sind weiterhin eine nachhaltige Nutzung der Biologischen Vielfalt und die gerechte Aufteilung der Vorteile aus der Nutzung genetischer Ressourcen

Ex-situ-Erhaltung

Ex-situ-Erhaltung ist gemäß dem Übereinkommen über die Biologische Vielfalt (5. Juni 1992) "die Erhaltung (genetischer Ressourcen) außerhalb ihrer natürlichen Lebensräume." Hier sind generative und vegetative Zellstrukturen, Organe oder Organismen gemeint, z.B. Saatgut, Pollen, Knollen, Ausläufer, Klonpflanzen-Bestände, Stecklinge, Pfropflinge und In-vitro-Kulturen. Zum Teil werden Pflanzenpopulationen ex situ auch als Feldkollektionen (Obstbestände oder Parzellen der Genbanken und Botanischen Gärten) erhalten.

FAO

Food and Agriculture Organization, Welternährungsorganisation. Die Organisation hat die Aufgabe, den Hunger weltweit zu bekämpfen. Die FAO dient als neutrales Forum für politische Diskussionen und Übereinkünfte. Außerdem sammelt und verbreitet sie Informationen zur Verbesserung von Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei. Die FAO ist eine Unterorganisation der Vereinten Nationen.

Farmers`Rights

Konzept zur Anerkennung des außerordentlich großen Beitrags, den die ortsansässigen und eingeborenen Gemeinschaften und Bauern aller Regionen der Welt, insbesondere in den Ursprungszentren und Zentren der Nutzpflanzenvielfalt, zur Erhaltung und Entwicklung pflanzengenetischer Ressourcen, welche die Grundlage der Nahrungsmittel- und Agrarproduktion in der ganzen Welt darstellen, geleistet haben und weiterhin leisten.

Forstgenetische Ressourcen

Forstgenetische Ressourcen sind genetisches Material (Populationen, Individuen, Pflanzenteile, Samen, Früchte) von Baum- und Straucharten mit tatsächlichem oder potenziellem Wert für eine nachhaltige multifunktionale Forstwirtschaft.

Genetische Ressourcen

Unter Genetischen Ressourcen für Ernährung, Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft versteht man genetisches Material von tatsächlichem oder potenziellem Wert von kultivierten und domestizierten Arten einschließlich ihrer Sorten, Rassen bzw. Populationen und ihrer verwandten Wildarten sowie von gemanagten Wildpflanzen- und Wildtierbeständen.

Genetisches Material

Genetisches Material bedeutet jedes Material pflanzlichen, tierischen, mikrobiellen oder sonstigen Ursprungs, das funktionale Erbeinheiten enthält.

Herbarium

Ein Herbarium ist eine Sammlung getrockneter und gepresster Pflanzen bzw. Pflanzenteile für wissenschaftliche Zwecke.

In-situ-Erhaltung

In-situ-Erhaltung ist gemäß dem Übereinkommen über die Biologische Vielfalt (5. Juni 1992) "die Erhaltung von Ökosystemen und natürlichen Lebensräumen sowie die Bewahrung und Wiederherstellung lebensfähiger Populationen von Arten in ihrer natürlichen Umgebung und - im Fall domestizierter oder gezüchteter Arten - in der Umgebung, in der sie ihre besonderen Eigenschaften entwickelt haben" (vgl. On-farm-Bewirtschaftung).

Kryoreserve, Nationale

Der Aufbau einer Nationalen Kryoreserve dient dem Schutz von Tierrassen, besonders auch von gefährdeten Haustierrassen mit ihren kleinen Beständen, vor Infektionskrankheiten bzw. Seuchen. "Kryokonservierung" bedeutet die dauerhafte Lagerung von Sperma bei –196 Grad in flüssigem Stickstoff. Für die "Nationale Kryoreserve" sollen von jeder gefährdeten Tierrasse jeweils mindestens 100 Spermaportionen von 25 verschiedenen und untereinander unverwandten Vatertieren gewonnen und gelagert werden. Daraus ließe sich die Ursprungsrasse wieder nahezu vollständig und in voller genetischer Breite züchten.

Kulturpflanzen

Kulturpflanzen sind aus wildwachsenden Arten gezüchtete Pflanzen, die als Nutzpflanzen oder Zierpflanzen angebaut werden.

Monitoring

Hier verwendet als das zeitlich regelmäßig wiederholte Beobachten, Überwachen und Messen des Zustandes und Bestandes von Pflanzen und Tieren sowie von deren Gemeinschaften.

Nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt

Nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt ist gemäß dem Übereinkommen über die Biologische Vielfalt (5. Juni 1992) "die Nutzung von Bestandteilen der biologischen Vielfalt in einer Weise und in einem Ausmaß, die nicht zum langfristigen Rückgang der biologischen Vielfalt führen, wodurch ihr Potential erhalten bleibt, die Bedürfnisse und Wünsche heutiger und zukünftiger Generationen zu erfüllen".

On-farm-Bewirtschaftung

Im Gegensatz zur Erhaltung ex situ handelt es sich bei der On-farm-Bewirtschaftung um eine dynamische Erhaltung und Nutzung im Sinne fortgesetzter evolutionärer Prozesse. Für aktuelle Sorten wird dies überwiegend durch die Züchter gewährleistet.Die Begriffe "On-farm-Bewirtschaftung", "On-farm-Erhaltung" und "On-farm-Management" wurden ursprünglich für die Erhaltung vernachlässigter oder gar vom Aussterben bedrohter Kulturpflanzen benutzt. Im 'Nationalen Fachprogramm zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung pflanzengenetischer Ressourcen landwirtschaftlicher und gartenbaulicher Kulturpflanzen' des BMEL wird der erste Begriff in einem erweiterten Sinn verwendet, der die Erhaltung und Weiterentwicklung lokal angepasster Hof- und Landsorten einschließt.

PCR-Analyse

Die Polymerase-Kettenreaktion (englisch Polymerase Chain Reaction, PCR) ist eine Methode, um die Erbsubstanz DNA zu vervielfältigen. Die PCR wird in biologischen und medizinischen Laboratorien für eine Vielzahl verschiedener Aufgaben verwendet, zum Beispiel für die Erkennung von Virusinfektionen oder zum Beispiel auch zum Identifizieren von gentechnologisch veränderten Pflanzen.

Pflanzengenetische Ressourcen

Pflanzengenetische Ressourcen umfassen neben den in der Landwirtschaft kultivierten Pflanzenarten auch wild wachsende Arten, soweit diese für die Ernährung und Landwirtschaft von Nutzen sind oder sein können.

Salmoniden

Familie der Forellenfische (Salmonidae), zu der eine Anzahl beliebter Speisefische wie Lachse, Forellen, Renken oder Äschen gehört.

Taxonomie

Taxonomie bedeutet innerhalb der Biologie, Lebewesen wissenschaftlich zu klassifizieren und nach ihrer vermuteten Entstehungsgeschichte (Evolution) und Verwandtschaft in einem hierarchischen System zu erfassen.

Tiergenetische Ressourcen

Tiergenetische Ressourcen umfassen Haus- und Nutztiere sowie freilebende Tiere (Wildtiere), soweit diese in Ernährung, Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft von Nutzen sind oder sein können.

UNEP

Die Abkürzung steht für United Nations Environment Programme, das Umweltprogramm der Vereinten Nationen, das 1972 gegründet wurde und seinen Sitz in Nairobi hat.

WCMC

Eigentlich UNEP-WCMC. Abkürzung für World Conservation Monitoring Centre des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP). Ziel der Organisation ist der Schutz der Biodiversität.

WHO

Abkürzung für "World Health Organization", die Weltgesundheitsorganisation, Sie gehört als Sonderorganisation zu den Vereinten Nationen und wurde 1948 gegründet. Sitz ist Genf in der Schweiz. Sie ist die Koordinationsbehörde der Vereinten Nationen für das internationale öffentliche Gesundheitswesen.

WTO

Abkürzung für World Trade Organization, die Welthandelsorganisation.Internationale Organisation für die Regelung von Handels- und Wirtschaftsbeziehungen.