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Netzwerk genetische Erhaltungsgebiete Wildsellerie

Wildselleriepflanzen in freier Natur

Wildselleriehabitat bei Magdeburg
Quelle: Lothar Frese - JKI

Alle modernen, in Europa und den USA angebauten Sorten des Kulturselleries stammen von lediglich zwei Formen (White Plume und Giant Pascal) ab. In Studien konnte gezeigt werden, dass das aktuelle, insbesondere in Deutschland verfügbare Sortenspektrum eine sehr schmale genetische Basis aufweist. Substantielle Züchtungsfortschritte sind mittelfristig nur mit einer Verbreiterung des Zuchtmaterials durch die Einkreuzung von Eigenschaften aus wild vorkommenden genetischen Ressourcen möglich.

Botanisch werden in Deutschland vier Wildselleriearten unterschieden, die an bundesweit verteilten Standorten vorkommen und in unterschiedlichem Maße gefährdet sind. Sie sind für die Kulturselleriezüchtung eine wichtige genetische Ressource, die es zu erhalten gilt. Die Verbreitung der Arten ist im Wesentlichen bekannt.

In einem im Frühjahr 2015 begonnenen Modell- und Demonstrationsvorhaben wird anhand von diesen vier Wildselleriearten (Apium graveolens, Helosciadium inundatum, H. nodiflorum, H. repens) demonstriert, wie der Schutz von Wildpflanzenarten für Ernährung und Landwirtschaft (WEL) in ihren natürlichen Lebensräumen durch den Aufbau eines beispielhaften bundesweiten Netzwerkes genetischer Erhaltungsgebiete verbessert werden kann. In dem Projekt werden wissenschaftliche, organisatorische, rechtliche und politische Fragestellungen, die mit dem Aufbau eines Netzes genetischer Erhaltungsgebiete verbunden sind, bearbeitet und beantwortet. Die Ergebnisse aus genetischen Analysen bzw. die Bewertung der Ergebnisse werden dabei eine wesentliche Entscheidungsgrundlage für die Auswahl von 45 genetischen Erhaltungsgebieten sein. Eine zusätzliche Ex-situ-Sicherung von Saatgut der Wildselleriebestände in wird in der Genbank für Wildpflanzen für Ernährung und Landwirtschaft (Genbank WEL) erfolgen.

Das Projekt wird vom Julius Kühn-Institut (JKI), gemeinsam mit der Universität Osnabrück und der Humboldt Universität zu Berlin durchgeführt. Der Aufbau von genetischen Erhaltungsgebieten bedarf zudem einer intensiven Zusammenarbeit zwischen Institutionen des behördlichen Naturschutzes und der Forschung auf Bundes- und Landesebene.