Springe zur Hauptnavigation Springe zu den wichtigen Themen Springe zum Inhalt
Suche schließen

Fachportale

Netzwerk genetische Erhaltungsgebiete Grünland

Artenreiches Grünland mit blühenden Pflanzen

Artenreiches Grünland
Quelle: BLE

Grünlandgemeinschaften im weiteren Sinne und hier im Besonderen die Kalkmagerrasen und Feuchtwiesen auf kalkreichen Grundwassermoorstandorten gelten als die artenreichsten Lebensgemeinschaften der mitteleuropäischen Kulturlandschaft. Neben ihrem landwirtschaftlichen Wert haben sie auch einen immensen Wert hinsichtlich ihrer ökosystemaren Dienstleistungen bzw. landschaftsökologischen Funktionen, angefangen vom Kohlenstoffspeicher durch Humusanreicherung bis hin zum Nahrungshabitat für Blütenbestäuber. Der Wert der ökosystemaren Dienstleistung hängt dabei sowohl von der Artenvielfalt als auch vom Alter bzw. der Kontinuität der Grünlandnutzung ab.

Das Modell- und Demonstrationsvorhaben "Identifikation und Erhaltung historisch alten Grünlands" hat Ende 2014 begonnen. Ziel des Projektes ist es, am Beispiel zweier Grünland dominierter Naturräume in Südwestdeutschland (Schwäbische Alb und südliches Alpenvorland), entsprechende Kriterien und Standards zur Identifikation und Erhaltung historisch alten Grünlands zu erarbeiten. Basierend auf den Ergebnissen des Projektes werden historische alte Grünlandstandorte ausgewählt. Diese Standorte sollen als genetische Erhaltungsgebiete zur langfristigen Sicherung der Artenvielfalt und der genetischen Ressourcen beitragen. Sie sollen zudem sowohl zur Gewinnung von Regiosaatgut (Spenderflächen) als auch für den Zugang zum Zwecke der Forschung, Züchtung und Ausbildung gemäß den Bedingungen des Internationalen Saatgutvertrages dienen.

Innerhalb der Projektlaufzeit soll eine Vereinbarung für ein Netzwerk "Genetische Erhaltungsgebiete Grünland" angestrebt werden. Die Universität Regensburg wird die Rolle der fachlichen Koordinationsstelle übernehmen.

Eine zusätzliche Ex-situ-Erhaltung von züchtungsrelevanten Gräserarten, die während des Projektes gesammelt werden, ist in der Genbank des Leibniz Institutes für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) vorgesehen.