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Genetisches Erhaltungsgebiet Wildrebe

Wildrebe im Wald auf der Insel Ketsch

Wildrebe
Quelle: BLE

Die europäische Wildrebe, Vitis sylvestris C.C. Gmel, ist eine submediterrane Art, die in Deutschland vom Aussterben bedroht ist. Natürliche Vorkommen gibt es in den Rheinauenwäldern des Oberlaufs. Die kritischen Populationsgrößen sind unterschritten, einige isolierte Restbestände bestehen nur aus weiblichen oder männlichen Pflanzen, eine natürliche Verjüngung findet extrem selten statt. Die starke und schnelle Verringerung der Anzahl der Individuen lässt negative Folgen aus populationsgenetischer Sicht vermuten, u. a. eine geringe genetische Diversität und eine erhöhte Inzucht. Ohne aktive Maßnahmen ist absehbar, dass die letzten Wildreben in den nächsten Jahrzehnten aus Deutschland verschwunden sein werden.

Die Erhaltung der genetischen Ressource „Europäische Wildrebe“ dient dabei zum einen der Erhaltung einer gefährdeten und seltenen Wildpflanze, zum anderen der Erhaltung einer mit Kulturpflanzen verwandten Wildart, die für die Rebzüchtung eine potentielle Bedeutung besitzt.

Um die letzten Wildreben in Deutschland zu sichern und für die Rebenzüchtung verfügbar zu halten, wurde in den Jahren 2008 – 2013 das Modell- und Demonstrationsvorhaben „Überlebenssicherung der Wildrebe Vitis sylvestris C.C. Gmel. in den Rheinauen durch gezieltes In-situ-Management“ vom BMEL gefördert. Durchgeführt wurde das Projekt vom WWF-Auen-Institut und dem Botanischen Institut des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).

Ziel des Projektes war es, die verbliebene Vielfalt der Wildreben über den Wiederaufbau überlebensfähiger, genetisch ausreichend vielfältiger Bestände an den natürlichen Standorten zu sichern. Hierbei wurden erstmals alle bedeutsamen Erhaltungsfaktoren auf der gesamten Fläche festgestellt und Maßnahmen eingeleitet.

Zum Ende des Projektes wurde die Etablierung eines genetischen Erhaltungsgebietes für die Europäische Wildrebe auf der Rheininsel Ketsch empfohlen, um die in dem Projekt begonnenen Arbeiten nach Projektende zu sichern und zu verstetigen. Der Standort wird aktiv betreut, die Ausweisung als genetisches Erhaltungsgebiet ist derzeit noch nicht abgeschlossen. Als zusätzliche Sicherungsmaßnahme wurde vermehrungsfähiges Pflanzenmaterial der ca. 80 Wildrebenpflanzen von der Rheininsel Ketsch in den Bestand der Deutschen Genbank Reben aufgenommen.