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Eine schöne Seltenheit erhalten – die Wild-Birne

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Die Wild-Birne ist ein ökologisches Multitalent. Aufgrund ihrer Trockentoleranz ist sie vor dem Hintergrund des Klimawandels von ganz besonderem Interesse.

Blick von unten in die Krone einer Wild-Birne (Quelle: G. Huber ASP).

Seltene Baumarten tragen besonders zur Biodiversität unserer Wälder bei, erfüllen somit wichtige ökologische Funktionen und helfen, naturnahe, multifunktionale Wälder zu erhalten. Dies wird gerade in Hinblick auf die globalen Herausforderungen wie dem Klimawandel und nachhaltigem Wirtschaften immer bedeutender. Als seltene Baumart werden Arten bezeichnet, welche einen Anteil von weniger als einem Prozent an der Waldfläche Deutschlands einnehmen und in ihrem Bestand gefährdet sind.

 

Ein ökologisches Multitalent

Auch die Wild-Birne (Pyrus pyraster (L.) Burgsd.) ist eine solche in ihrem Bestand gefährdete Seltenheit. Sie ist allerdings ein richtiges Multitalent von großem ökologischen Wert. Während ihre Blüten und Früchte zahlreichen Insekten-, Kleinsäuger- und Vogelarten als Nahrungsquelle dienen, trägt sie bei der Gestaltung von Waldrändern als strukturgebendes Element zur Steigerung der Biodiversität insgesamt bei.

Sie bevorzugt einen mäßig trockenen, basenreichen und nährstoffhaltigen Boden und findet sich vorwiegend in den warmen Tieflagen in lichten Mischholzbeständen, in denen auch Eichen eine größere Rolle spielen. Aufgrund ihrer hohen Trockentoleranz bei sich ändernden Klimabedingungen erlangt die Wild-Birne in Wäldern an Bedeutung. Denn mit dem Klimawandel und den damit einhergehend steigenden Temperaturen könnte sie recht gut auskommen, die Vielfalt in den Wäldern bereichern und als Gewinnerin hervorgehen. Steht sie am richtigen Standort (meist an der Trockengrenze eines Waldes), so wird sie mit einem bis zu einem Meter dicken Stamm und einer Höhe von 5 bis 15 Metern durchschnittlich 100 bis 150 Jahre alt. Manche Wild-Birnen werden sogar an die 200 Jahre alt.

Wie werden seltene Baumarten erfasst?

Um die Gefährdung seltener Baumarten abzuschätzen und geeignete Erhaltungsmaßnahmen durchführen zu können, müssen ihre Verbreitung und die Schwerpunkte ihrer Vorkommen bekannt sein. Vor diesem Hintergrund hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) erstmals mittels einer einheitlichen Erhebungsmethode in den Jahren 2009 bis 2012 zahlreiche Vorkommen seltener Baumarten in Deutschland erfassen lassen. Neben der Baumanzahl in den Beständen ist auch das Alter (über Brusthöhendurchmesser-Stufen), die Vitalität der Bäume und das Ausmaß der Naturverjüngung registriert worden. In einzelnen Beständen ist zusätzlich die genetische Vielfalt ermittelt worden. Auf Basis dieser Daten konnten dann die einzelnen Bestände auch im Hinblick auf ihre "Erhaltungswürdigkeit" und "Erhaltungsdringlichkeit" bewertet werden.

Weitere Informationen zur Wild-Birne, ihrem Vorkommen und zu Projekten finden Sie hier.